Es war mal wieder an der Zeit auf die Suche nach ein paar Dosen zu gehen. Auf der Liste stand schon seit einiger Zeit einer der letzten Caches unserer Region.

Also Kind 1 eingepackt und auf geht es den letzten Cache in unserem Wald in einen Smily zu verwandeln. Manchmal ist es Außenstehenden (also Muggeln) schwer zu erklären was die schwächsten Gründe sein können einen Cache zu machen. Nun das mit der Karte ist bei mir so ein Punkt. Vielleicht klingt es langweilig oder auch super pedantisch … aber wenn ich in Internet meinen Umkreis anschaue stört einfach das Icon eines traditional Caches die vielen glücklichen Smilies.

Unterwegs mit eindeutigem Auftrag fahren wir die zugegeben kurze Strecke bis zum nächsten Waldparkplatz. Zum Glück hat Kind 1 sofort verstanden warum es so wichtig ist diesen Cache auf jeden Fall zu finden. Nach ungefähr 20 Minuten sind wir dann auch am Zielort angekommen. Nicht sehr schwer zu finden, da der Cache schon nach dem Brunnen der dort steht benannt ist. Mitten im Wald, die Vögel zwitschern und die Mücken summen, die Sonne wirft ihre Sonnenstrahlen durch das dichte Blätterdach. Wir machen uns auf die Suche, ein alter Brunnen mit vielen alten Steinen lädt mit seinen vielen Lücken und Ritzen geradezu zum hinterlegen eines Caches ein. Nach 5 Minuten erhöhen wir das Suchtempo etwas. Nichts zu finden. Also nochmal das GPS Gerät rausgeholt und nachgemessen.

So langsam schlägt uns der am Anfang so schöne Ort schon gehörig auf’s Gemüt. Geocacher sind zwar hart im nehmen, aber was zuviel ist ist zuviel. Klar ist es schön wie die Sonne nur vereinzelt durch das dichte Blätterdach scheint, nur wenn dieses Blätterdach auch den GPS Empfangen einschränkt und damit den Suchradius unnötig vergrößert dann lieber nicht.
Vögel singen, super, aber wenn man sich klar macht warum sich hier die Vögel so wohl fühlen …
Unversehens finden wir uns am unteren Ende der Nahrungskette wieder. Geocacher werden von Mücken gefressen, Mücken werden von Vögeln gefressen, Vögel singen vergnügt und locken noch mehr Geocacher an. Nein, ganz so schlimm ist es nicht aber wir mußten schon einige Mückenstiche einstecken.

Und da es so langsam keinen Spaß mehr machte, schlagen wir nochmal die Cachebeschreibung auf und lassen uns den Hint entschlüsseln. Gott sei dank, der Hint lautet „Brunnen – 6 Meter“, das GPS Gerät hatte nur eine Genauigkeit von 12 Metern angegeben. Also suchen wir nur noch im 6 Meter Radius weiter.

Weitere 5 Minuten und genau so viele Mückenstiche später haben wir noch nichts gefunden. Doch bevor wir unser letztes Blut der Nahrungskette opfern nutzen wir es zum denken. Und auf einmal wird uns klar was der Hint eigentlich bedeuten könnte. Minus 6 Meter könnte auch 6 Meter unter der Erdoberfläche bedeuten. Also untersuchen wir das Gitter über dem Brunnenschacht nochmal genauer. Diesmal mit Taschenlampe. Nach dem gefühlten 10 Mal alles ableuchten dann der erhoffte Fund. Ganz ganz schwach reflektiert eine dünne Angelschnur im Lampenlicht. Mit dem schwachen Sonnenlicht hier unten im Wald konnte man die Schnur nicht sehen.

Also ziehen wir 6 Meter Angelschnur nach oben. Und am Ende der Schnur endlich, Erlösung, hängt eine kleine Dose. Mit letzter Kraft setzen wir unseren Stempel ins Logbuch. Lassen die Dose wieder in das tiefe Loch runter und fliehen von diesem Ort.

Um nochmal den Gedanken aufzugreifen wie man es einem Muggel erklären soll? Man läßt sich eine halbe Stunde von Mücken traktieren, wird immer frustrierter und die Laune geht immer weiter in den Keller. Nur um am Ende dann voller Freude seinen Namen in ein feuchtes Logbuch eintragen zu können, dass vielleicht auch noch muffig riecht? Keine Ahnung … am besten die Muggel fragen die Verrückten die vor meinem Namen im Logbuch stehen oder sie Fragen die vielen Verrückten die nur darauf warten sich nach uns an diesen Ort zu wagen. Den ich bin bestimmt schon wieder unterwegs um unter zwischen den größten Brennesseln oder im fiesesten Brombeergebüsch nach der nächsten Dose zu suchen.