Neulich im Wald … nein heute mal nicht neulich im Wald, sonder eben im Internet. Da spielt der Zeitgeist und da findet ein Großteil der Freizeit (und manchmal der Arbeitszeit) meiner Generation statt. Und da wir Geocacher ja auf „retro“ stehen treiben wir uns auf solchen Plattformen wie Youtube rum. Und das in einer nicht geringen Zahl wie ich eben feststellen musste.

Für die jüngere Generation die nicht weiß was Youtube ist: Youtube ist wie Twitch nur streamt man da Realität.
Und für die ganz junge Generation: Realität ist wenn rechts und links im Blickfeld keine Zahlen für Energie und Leben eingeblendet werden.

Aber zurück zum Kernthema: Es findet eine Revolution statt – nicht auf den Straßen sondern im Wald. Früher war dieses Vegetationsgebiet hauptsächlich geprägt von Funklöchern. Heute scheint es, als ob jeder Wanderer, Geocacher und Mountainbiker mindestens eine Actioncam durchs Revier trägt und viele den Wanderstock gegen den Selfiestick getauscht hätten. Ist das nicht wundervoll! Endlich kann man sein Hobby hautnah via Bildschirm erleben (man lege für hautnah die Hand auf den Monitor). Gefühlt hunderte Youtuber streifen meist in Gruppen durch Wald und Flur und erfreuen uns mit kurzen Geschichten. Man kann am Bildschirm große Erfolge und kleine Misserfolge miterleben, manchmal erkennt man sich selbst wieder.

Jetzt mag der eine oder andere Leser verwundert denken was so ein Quatsch soll. Aber mal ganz ehrlich es handelt sich um keinen Quatsch. Wenn man sich die Qualität unserer Fernsehprogramme mal genauer anschaut und sich vor Augen führt was als (Geskriptete-)Realität täglich im Fernsehen gezeigt wird – da schaue ich doch lieber einem Geocacher-Kollegen virtuell über die Schulter wie er unserem gemeinsamen Hobby nachgeht. Das ist meist wesentlich authentischer und näher am wirklichen Leben dran als die Ergebnisse die aus irgendwelchen Fernsehstudios kommen.

Vielleicht entspricht es dem neuen Trend sich mal wieder am richtigen Leben zu orientieren und nicht immer an inszenierten Influencern die nicht nur sich sonder auch ihre ganze Umwelt in einen künstlichen Kosmos verwandeln der direkt oder zumindest fast direkt von der Werbeindustrie so geplant und gewollt ist. Wobei ich noch einen graduellen Unterschied bei Youtubern mache. Dass die meisten sich gerne etwas sponsern lassen und den einen oder anderen Affiliate-Link in die Beschreibung einbauen stört mich nicht. So etwas sehe ich eher als eine Art ehrlichen Produkttest – die Gegenstände werden meist im Video benutzt. Zu fordern, dass sich die Youtuber die Zeit und Geld (für Kameras etc.) investierten sich nicht Geld rausziehen so gut es geht (und meist geht es recht schlecht) wäre wieder so eine Geschichte mit den ersten Stein der geworfen werden soll.

Besonders gefallen mir die Videos die nicht nur die vermeintlichen Highlights zeigen, sondern auch den Weg dorthin gebührend berücksichtigen. Für mich gehört zum Geocachen auch das Laufen zum Geocache als wichtiger Bestandteil. Das es den meisten anderen auch so geht sieht man schon an der bevorzugten Platzwahl für Geocaches. Da wo es schön ist, man was zum schauen und staunen hat, Natur oder Kultur erleben kann und manchmal auch zum Nachdenken angeregt wird.

Ich werde versuchen in Zukunft mal das eine oder andere Video zu verlinken das mir gut gefallen hat.

Soweit so gut und was mir ganz wichtig ist, weil ich es schon bei mehreren Youtubern als Abschiedsformel gehört habe … „Bis bald im Wald“.

Klingt das nicht uhrig? Wenn man sowas sagt, ist jedem anderen sofort klar man ist mit Bär und Holzfäller auf du und du … und nicht so ein Halb-Nerd der ein GPS oder Handy braucht um durch den Wald zu laufen.

 

In diesem Sinne Michael AFK.