Man glaubt es kaum aber man kann sogar im ‚Hohen Norden‘ Deutschlands Geocachen (genauer an der Küste der Nordsee). Für uns Stadtkinder fast nicht vorstellbar! Aber es gibt da wohl auch eine Art Cachen ausserhalb der Lichtkreise unserer Straßenlaternen.

Von der Stadt an die Nordsee

Natürlich will ich nicht damit sagen, dass es keine Straßenlaternen in Norddeutschland gibt. Auch möchte ich nicht behaupten, dass es in unserem ’schönen‘ Rhein-Main-Gebiet keinen Flecken gibt der Nachts nicht von Straßenlaternen illuminiert wird. Aber wir hier unten haben halt die großartigen Einflugschneisen die uns Nachts nicht nur dank der Landescheinwerfer diverser Flugzeuge den Weg weisen … nein wir haben auch eine entsprechende Geräuschkulisse die uns die Orientierung erleichtert.

Aber nun zu unserem Abenteuer in Norddeutschland. Angefixt von diversen Youtube-Videos (hier sei besonders die Arbeit von Paul Kramer / Geoamt hervorgehoben) wollten auch wir ein paar der schönsten Caches an der Nordsee suchen.

Und man glaubt es kaum, gleich der erste Cache den wir uns ausgesucht haben war der absolute Knaller. Dabei las sich die Beschreibung auch super: Nicht nur sollte ein befestigter Weg aus Betonplatten zum Ziel führen, nein auch könnte man sich nicht verlaufen da rechts und links nur das Meer wäre. Zu allem Überfluss versprach das angekündigte Signalfeuer am Ende des Weges auch noch eine entsprechend gute Beleuchtung.

Eigenarten der Nordsee

Einziges Manko an dem Cache waren die Öffnungszeiten. Viele Mitteldeutsche und auch Opfer unseres deutschen Schulsystems wissen es nicht aber:

An der Nordseeküste haben die Tourismusverbände es besonders schlau eingerichtet. Um den Besuchern dieses besonders schönen Fleckchens noch mehr Abwechslung bieten zu können wird regelmäßig die Landschaft umgestaltet. So hat man, um es vereinfacht zu sagen, immer ein paar Stunden einen tollen Blick auf das wogende Meer. Hat man sich dann daran satt gesehen, wird das Wasser für ein paar Stunden abgelassen. Das Ergebnis ist erstaunlich! Für die Kinder gibt es unendlich viel zu entdecken, sie können Muscheln sammeln, Tiere beobachten, Sandburgen bauen und so weiter. Für die Erwachsenen wird damit eine sehr ebene Freifläche geschaffen auf der es sich wunderbar wandern läßt. Und für die sparsamen Urlauber wird so auch der Fußweg zu den Inseln frei. Der Hammer an dieser Veranstaltung ist: Es ist völlig kostenlos! Man muss weder Eintritt zahlen noch braucht man an den meisten Stellen eine Kurkarte.

Falls Ihr Euch für diese Events interessiert, einen Veranstaltungsplan gibt es im Internet und in jedem Touristikbüro an der Küste. Fragt einfach nach einem Tiden-Kalender.

Auf die Plätze … Fertig … Geocachen

Nachdem wir die Öffnungszeiten nachgeschlagen hatten (der Cache ist nur zu Fuß erreichbar bei sogenannter Ebbe) machten wir uns eines Abends auf den Weg. Wir konnten besonders praktisch am Hafen parken und der Eingang zu dem mit Betonplatten ausgelegten Weg (im Norddeutschen heißt es wohl Steg) war schnell gefunden. Nun konnten wir wunderschön am Wasser entlang laufen. Nach ein paar Kilometern kamen wir dann auch endlich am Leuchtfeuer an. Der Cache war zwar leider nicht mehr vorhanden wie eine kurze Rücksprache mit dem Owner ergab aber wir konnten eine besonders schöne Aussicht auf die Inseln und das nun etwas entfernte Festland genießen. Wieder so ein Ort, an dem wir uns niemals ohne Geocaching begeben hätten. Vielen Dank für den Owner, der uns diesen besonders schönen Aussichtspunkt mit einem Cache markiert hat.

Und noch etwas in eigener Sache, leider ist einem Mitglied unserer Cachergruppe bei dem an der Küste ungewöhnlich rauen Wind die geliebte Basecap seines Lieblingsvereins vom Kopf ins Meer gepustet worden. Ich denke wir hatten einen Sturm der Windstärke 1-2 auf der  Beaufortskala (also zwischen „kaum merklich, Rauch treibt leicht ab, Windflügel und Windfahnen unbewegt“ und immerhin „Blätter rascheln, Wind im Gesicht spürbar“). Dieser Sturm machte es dem geschätzten Mitcacher leider unmöglich seine Basecap zu halten.

Wenn also einer eine Basecap der Frankfurter Eintracht an der Küste findet, sie war schwarz mit roten irgendwas und so einem Vogel drauf bitte bei mir melden. (Soll ja keiner sagen ich würde mich nicht um die Wiederbeschaffung bemühen)