Es ist laut, es ist chaotisch und irgendeine Katastrophe steht immer kurz bevor?! Willkommen beim Geocachen für Kinder.

Eigentlich gibt es keinen vernünftigen Grund Kinder mit zum Geocachen zu nehmen. Nicht nur, dass man an meist ruhige und beschauliche Orte eine Meute Kinder verbringt. Diese würden vom Lautstärkepegel besser neben der Startbahn des Frankfurter Flughafens passen, als in den Wald. Nein, man legt legt sich auch noch selbst diverse Steine in den Weg. Der Gesprächsstoff auf so einer Exkursion wandelt sich nach geschätzten 12 Metern auf folgenden Dialog: „Sind wir bald daaaaa?“ – „Ja wir sind bald da!“ und das in gefühlter Endlosschleife.

Die  12 Meter Marke beim Geocachen für Kinder

Und nicht, dass wir uns falsch verstehen lieber Leser. 12 Meter sind ca. 2 Autolängen und nicht der halbe Weg nach Rom. Wobei es nicht einer gewissen Situationskomik entbehrt wenn einem ein Kind todernst versichert, dass man es nie wieder zum Auto zurück schaffen werde wenn man schon so weit gelaufen ist. Und das dann aber erst nach geschätzten 4 Autolängen. Da könnte man den Zwerg nehmen und locker zum Auto werfen. Nur ist das verboten bzw. könnte man ja auch das unschuldige Auto treffen.

Hat man die ersten Meter geschafft kommen dann mit Sicherheit die nächsten Attacken auf das eigene Wohlbefinden. So gibt es diese magische Grenze kurz vor der Hälfte des gesamten Weges. Das Fahrrad welches nicht im Auto bleiben konnte, weil das Kind damit fahren wollte, will ab jetzt lieber von einem Erziehungsberechtigten getragen werden will.

Hungerattacken im Wald

Oder auch einer der beliebten Klassiker ist die plötzliche Nahrungsmittelknappheit die sich immer einstellt, weil grundsätzlich alle Vorräte von den lieben kleinen bereits im Auto komplett vernichtet werden müssen. Kaum hat man dann geparkt, die Kinder sind ausgestiegen und haben sich mit etwas Glück die letzten Krümmel des Rückbankbankets aus der Kleidung geklopft, verfällt das eine oder andere Kind schon in eine Hungerstarre. Leider hindert dieser akute und lebensbedrohlicher Zustand die Kinder nicht davon ab alle Personen in Hörweite davon zu unterrichten.

Versucht man dann das Kind davon zu überzeugen, dass normale mitteleuropäische Kinder erst nach Tagen verhungern und auch das verdursten keine Sache von Minuten ist erntet man nur ungläubige Blicke – auch von meist Rentnermuggeln die einen sofort als Rabenvater abstempeln wenn der kleine Sonnenschein mal 5 Minuten unter einem unerfüllten Wunsch Höllenqualen erleiden muss. Gott sei Dank kann der geübte Erziehungsberechtigte mit einem Butterkeks und 3 Tropfen Mineralwasser den schon parat stehenden Sensenmann vertreiben. Und wagen Sie es niemals mehr als nur 3 Tropfen Wasser in den Becher zu gießen! Das verdurstende Kind wird Sie sonst ungläubig Fragen wer soviel auf einmal trinken können soll.

Fast am Ziel ist die größte Prüfung

Hat man es dann trotz der Kinder bis in die Nähe eines Geocaches geschafft gibt es 2 Möglichkeiten:

Wenn man nur ein Kind dabei hat, findet es das Suchen bestimmt langweilig und schickt die glücklichen Eltern vor.

Sollte man aber mehr als ein Kind dabei haben werden sich die kleinen Stammbaumhalter sofort in ihrer kompletten Zahl auf die Suche machen. Den Cache sehr bald finden und sich dann darüber streiten wer den Cache zuerst gesehen, wer aber die Idee hatte genau dort zu schauen und wer ja überhaupt schon beim Aussteigen aus dem Auto wusste wo der Cache versteckt lag. In diesem Sinne gibt es ja eigentlich nur Gewinner. Auch wenn man nicht versteht warum es wohl in der Natur des Menschen / unserer Gesellschaft liegt, dass jeder noch so zweifelhafter Gewinner gleich versucht die Verlierer zu benennen.

Fröhlich kommt man dann irgendwann wieder beim Auto an. Interessanterweise hat es die Natur so eingerichtet dass man sogar bereit ist auch alle Kinder wieder mitzunehmen. Und dann passiert das magische, kaum sitzen die Kinder wieder im Auto ist die schlechte Laune wie weggeblasen. Das eben noch schreiende Kind lächelt auf einmal und behauptet, dass es nichts schöneres als Geocachen gibt.

Das ist der Moment an den man sich als Eltern dann gerne erinnert und am nächsten Wochenende die armen Kinder gerade wieder in den Wald schleppt.